Texas Holdem Poker Regeln

Poker ist ein Gesellschaftsspiel, das ab einer Spieleranzahl von 2 Spielern spielbar ist. An einem Tisch spielen üblicherweise maximal 10 Spieler zugleich. Das Spiel dauert so lange, wie die Teilnehmer (am besten zu Beginn) festlegen oder bis ein Spieler alle Chips in seinen Besitz bringen konnte.

Es gibt zwei grundlegende Varianten von Texas Hold’em Poker: No Limit Hold‘em und Limit Hold’em. Der Unterschied ist, dass bei der Limit-Variante die Höhe des Einsatzes begrenzt ist. Im Endeffekt führt das zu einem ruhigeren Spiel, denn das Geld wechselt langsamer die Besitzer. Beim No-Limit Hold’em kommt es dafür häufiger zu spannenden Situationen.

Tipp: Wenn man beim No-Limit Hold’em mit einem niedrigen Mindesteinsatz spielt und diesen nicht im Laufe des Abends erhöht, kann man auch mit dieser Variante einen langen Pokerabend haben.

Rahmenbedingungen schaffen

Zuerst sollten die Rahmenbedingungen entweder vom Spielveranstalter festgelegt oder gemeinsam abgestimmt werden:

Ende des Spiels:  Im Vorfeld sollte für jeden klar sein, wann das Spiel endet. Wenn ihr kein Turnier spielt, bei dem das Spiel endet sobald ein Spieler alle Chips hat, solltet ihr eine Endzeit im Vorfeld festlegen. (Möchte man das Spielende variabel halten, kann es dazu kommen, dass der Chipleader lieber gleich das Spiel beenden möchte und der Spieler, der am meisten verloren hat, lieber mehr Zeit haben möchte, um den Verlust wieder reinzuspielen).

Buy-In: Legt fest, wie hoch der Betrag sein soll, den ein Spieler entrichten muss um an der Pokerrunde teilzunehmen oder ob ihr ohne Geldeinsatz spielen wollt. Entscheidet, ob ihr die Möglichkeit gewähren wollt, dass ein Spieler sich erneut einkauft („Re-Buy“) wenn er alle Chips verloren hat und wie hoch der Betrag sein darf, mit dem er sich erneut einkaufen kann.

Tipp: Wenn man die Chancen fair halten möchte, bietet es sich an für einen Re-Buy den gleichen Betrag zu wählen, wie für den Buy-In.

Mindesteinsatz: Außerdem muss vor Spielbeginn ein Mindesteinsatz festgelegt werden, also der Einsatz, den ein Spieler mindestens setzen muss, wenn er sich entschieden hat zu setzen („Big Blind“).

Erfahrungsgemäß ist am Anfang ein niedriger Mindesteinsatz empfehlenswert. Bei einem Spiel mit Chips im Wert von 1000 Punkten pro Spieler und bei Benutzung der oben genannten Werteordnung ist daher ein Mindesteinsatz in Höhe von 10 Punkten zunächst ausreichend.

Der Mindesteinsatz kann im Laufe des Abends (z.B. Nach x Minuten oder nach x Spielrunden) erhöht werden, wenn sich die Spieler vor Spielbeginn darauf geeinigt haben. Die Erhöhung gilt aber immer erst in der nächsten Spielrunde und wird nie innerhalb einer laufenden Spielrunde erhöht.

Jeder Spieler erhält nun einen Stapel mit Chips („Chip Stack“) dessen Stückelung bei jedem Spieler gleich sein sollte und der dem Buy-In entspricht. Die Chips müssen während dem gesamten Spiel auf dem Tisch bleiben und dürfen zu keiner Zeit eingesteckt werden.

Platzkarten: Suche Karten aus dem Deck, so dass Du eine aufsteigende Reihenfolge (z.B. A-2-3-4-5-[…]) mit so vielen Karten hast, dass für jeden Spieler eine dabei ist. Legt fest, welchem Sitzplatz die niedrigste Karte zugeordnet sein soll. Die nächst höhere Karte ist dem Platz links davon zugeordnet und dann im Uhrzeigersinn so weiter. Mische die herausgesuchten Karten und lege sie verdeckt auf den Tisch. Die Spieler ziehen jeweils eine Karte und nehmen den dadurch zugewiesenen Platz ein.

Die Spielrunde

Eine Spielrunde von Texas Hold’em Poker ist in 4 Phasen unterteilt, in denen Karten ausgeteilt oder aufgedeckt werden und in denen jeweils Einsätze gemacht werden können:

  1. Spieler haben nur ihre zwei Handkarten und es liegen keine Gemeinschaftskarten (Pre-Flop).
  2. Es werden drei Gemeinschaftskarten (gelten für alle Spieler) aufgedeckt (Flop)
  3. Es wird eine weitere Gemeinschaftskarte aufgedeckt (Turn)
  4. Es wird eine weitere Gemeinschaftskarte aufgedeckt (River)

Im Detail:

Zu Beginn einer jeden Spielrunde erhält jeder Spieler zwei Handkarten vom kartengebenden Spieler (Dealer) nachdem dieser die Karten gut durchgemischt hat. Die Karten werden erst nach der abgeschlossenen Spielrunde wieder gemischt.

Die Handkarten sollte jeder Spieler immer bis zum Ende einer Spielrunde geheim halten, um den anderen Spielern keinen Vorteil zu gewähren.

Austeilen: Erst gibt der Dealer dem Spieler zu seiner Linken eine Karte und dann dem nächsten im Uhrzeigersinn, bis er sich selbst als letztem in der Runde eine Karte gibt. Dann wiederholt er das Ganze, so dass jeder Spieler zwei Handkarten hat.

Im weiteren Verlauf einer Runde werden insgesamt fünf Gemeinschaftskarten in der Mitte des Tisches aufgedeckt, die für alle gelten und mit denen jeder Spieler seine verdeckten Handkarten bestmöglich und insgeheim kombiniert. Die beste Kartenkombination – bestehend aus fünf Karten – die ein Spieler durch Kombination der Handkarten mit den Gemeinschaftskarten erreichen kann, ist das Pokerblatt eines Spielers. Dabei ist unerheblich, wie viele Handkarten mit den Gemeinschaftskarten kombiniert werden (ob beide, nur eine oder gar keine).

Hat jemand z.B. eine 7 und eine 2 auf der Hand, und die Gemeinschaftskarten sind eine Straße von 9-K, so hat der Spieler als Blatt eine Straße von 9-K. Sollte ein anderer Spieler ein Ass auf der Hand haben, so hätte dieser eine höhere Straße von 10-A.

 

Pokerblätter

Die im Folgenden dargestellten Pokerblätter (auch „Bilder“ oder „Blätter“ genannt) sollte jeder Spieler auswendig kennen (dargestellt auf der nächsten Seite in aufsteigender Reihenfolge).

Sollten zwei oder mehr Spieler das gleiche Bild haben, dann entscheiden die Kartenwerte. So kann es zu folgenden Situationen kommen:

  • Bei einem Gleichstand zwischen zwei Spielern (beide haben das gleiche Bild), gewinnt derjenige, der das gleiche Bild mit höheren Kartenwerten hat.

Zwei Spieler haben eine Straße. Der eine hat eine Straße von 4-8 und der andere hat eine Straße von 5-9. Der Spieler mit der Straße von 5-9 gewinnt.

 

  • Sollten die Kartenwerte der Bilder ebenfalls übereinstimmen, dann entscheiden die zusätzlichen Karten im Blatt.
  • Haben zwei oder mehr Spieler als beste Kombination alle fünf Karten dem Wert nach gleich, dann gewinnt jeder dieser Spieler zu gleichen Teilen.

In jeder der vier Phasen gibt es eine Setzrunde. Nachdem die Handkarten ausgeteilt wurden, findet die erste Setzrunde statt, die sich von den übrigen Setzrunden leicht unterscheidet. Die weiteren drei Setzrunden folgen jeweils auf das Aufdecken der nächsten Gemeinschaftskarte(n).

Gemeinschaftskarten aufdecken: Der Dealer deckt nach der ersten Setzrunde den Flop (s.o.) auf, wobei er zunächst die oberste Karte des Stapels abnimmt und verdeckt ablegt („verbrennt“) und dann erst die nächsten drei Karten von oben offen in die Tischmitte legt. Nach einer weiteren Setzrunde verbrennt der Dealer erneut die oberste Karte und deckt die nächste Karte auf (Turn). Eine weitere Setzrunde wird gespielt und bei der darauf folgenden letzten Gemeinschaftskarte (River) verfährt der Dealer genauso, wie beim Turn. Dann kann die letzte Setzrunde stattfinden.

Eine Spielrunde endet spätestens, wenn die verbleibenden Spieler nach der letzten Setzrunde ihren Einsatz dem höchsten angeglichen haben. Die verbleibenden Spieler decken ihre Handkarten auf, wobei der Spieler beginnt, der zuletzt erhöht hat („Showdown“). Wenn keiner erhöht hat, deckt zuerst der Spieler linksseitig vom Dealer seine Karten auf. 

Die Spielrunde kann aber auch vorzeitig enden, wenn alle bis auf einen Spieler ausgestiegen sind.

Der Pot geht an den Gewinner einer Spielrunde. Gewinner einer Spielrunde ist:

  • bei einem Showdown der Spieler mit dem höchsten
  • wenn alle anderen abgelegt haben: der letzte verbleibende Spieler. Er muss seine Handkarten nicht aufdecken, kann das aber machen, wenn er möchte.
  • wenn zwei oder mehr Spieler bei einem Showdown das gleiche Blatt haben, das zugleich das höchste ist: Alle Spieler, die das gleiche Blatt haben, haben gewonnen. Der Pot wird zwischen diesen Spielern aufgeteilt („Split Pot“).

Vor Beginn einer neuen Spielrunde werden alle Karten erneut gemischt und Dealer ist nun der Spieler links vom vorherigen Dealer, er ist auch derjenige, der die Karten mischt. Der Dealer wandert im Uhrzeigersinn nach jeder Spielrunde weiter.

Wir empfehlen, den Dealer-Button (Weißer Chip mit dem Wort Dealer beschriftet) im Spiel kontinuierlich zu verwenden: Er wird gut sichtbar vor dem Dealer auf den Tisch gelegt, damit die anderen Spieler diesen identifizieren können.

Die Setzrunde

Grundsätzliches

  • Startspieler: In jeder Setzrunde beginnt der Spieler, der links neben dem Dealer sitzt und dann geht es im Uhrzeigersinn weiter. Der Dealer ist immer der letzte, der am Zug ist (Ausnahme im Pre-Flop).
  • Einsatz: Ein Spieler ist nie gezwungen, einen Einsatz zu machen (Ausnahme im Pre-Flop). Hat man einen Einsatz gemacht (Chips in die Mitte schieben oder nennen), so kann dieser nicht zurückgenommen werden, sondern er kommt in die Tischmitte in den sog. „Pot“, den der Gewinner einer Spielrunde erhält.

Pre-Flop

Die Setzrunde im Pre-Flop weicht von den drei folgenden Setzrunden ab:

  • Die Spieler müssen – sofern sie nicht bereits hier aussteigen wollen – einen Einsatz erbringen, obwohl sie nur ihre Handkarten kennen und noch kein vollständiges Blatt haben („blind“).
  • Die beiden Spieler links vom Dealer müssen in dieser Phase immer einen Einsatz erbringen, unabhängig davon, ob sie diese Spielrunde überhaupt mitspielen wollen. Dabei muss der erste Spieler links vom Dealer nur die Hälfte des Mindesteinsatzes setzen („Small Blind“) und der zweite muss den vollen Mindesteinsatz setzen („Big Blind“). Beide dürfen zu dieser Zeit noch keinen höheren Betrag setzen. Erst wenn der Dealer seinen Zug gemacht hat, dürfen die Spieler mit dem Small- und Big Blind ihren Zug machen, also eine der fünf unten genannten Handlungen vornehmen.

In dieser Phase ist ausnahmsweise nicht der Dealer derjenige, der den letzten Zug hat, sondern der Spieler, der den Big Blind setzen musste.

Handlungsmöglichkeiten

Der aktive Spieler hat grundsätzlich fünf Handlungsmöglichkeiten:

  • Schieben („Check“) – Der Spieler macht nichts und der nächste Spieler ist am Zug. (Kann auch durch Klopfen auf den Tisch kenntlich gemacht werden). Dies ist nur möglich, wenn zuvor von keinem Spieler in der Setzrunde ein Einsatz gesetzt oder erhöht wurde. Ist er der letzte Spieler der Setzrunde, so endet diese.
  • Setzen („Bet“) – Der Spieler setzt einen Einsatz. Dieser muss mindestens der Höhe des zuvor festgelegten Mindesteinsatzes (Big Blind) entsprechen. Bei der No-Limit-Variante ist die Höhe des Einsatzes nach oben nur durch die Menge an Chips begrenzt, die er zur Zeit der Setzentscheidung auf dem Tisch vor ihm hat. Setzt er alles, nennt man das „All-In“. Hat ein Spieler nicht genug, um den Mindesteinsatz zu erbringen, muss er All-In gehen, wenn er einen Einsatz machen möchte.
  • Erhöhen („Raise“) – Der Spieler erhöht einen vorangegangenen Einsatz mindestens um den Big Blind. Nach einer Erhöhung durch einen Spieler darf jeder Spieler, der noch in der Runde ist, erneut erhöhen (Re-Raise).
  • Mitgehen („Call“) – Der Spieler setzt einen Betrag in der Höhe des zuletzt gesetzten Einsatzes oder gleicht seinen bereits erbrachten Einsatz dem vorangegangenen an.
  • Ablegen („Fold“) – Der Spieler lehnt es ab, einen Einsatz zu machen und legt seine Karten verdeckt ab. Er kann nicht mehr an den folgenden Setzrunden dieser Spielrunde teilnehmen und auch den Pot nicht mehr gewinnen. Gegebenenfalls zuvor erbrachte Einsätze verbleiben im Pot und sind für den ablegenden Spieler verloren.

 

Eine Setzrunde endet in den folgenden Fällen:

  • Alle Spieler haben ihren Einsatz dem höchsten in der Runde gesetzten angepasst oder sind ausgestiegen.
  • Alle Spieler schieben. Sobald der letzte Spieler geschoben hat (Dealer oder Big Blind) ist die Runde vorbei, ohne dass ein Einsatz gemacht wurde.
  • Alle Spieler (außer demjenigen, der als letztes dran ist) legen ihre Karten ab. In diesem Falle ist sowohl die Setzrunde, als auch die Spielrunde beendet.

Besonderheiten beim All-In

Wenn ein Spieler All-In geht, setzt er alle Chips, die er zur Verfügung hat. Der Spieler der All-In geht, kann nur so viele Chips eines Mitspielers gewinnen wie er selbst in der Spielrunde bis dahin setzen konnte.

Z.B. A geht nach dem Flop All-In mit 50 Punkten und hat zuvor schon insgesamt 20 Punkte an Blinds gesetzt (insgesamt 70 Punkte). B setzt 120 Punkte (+20 Blind = 140 Punkte) und C geht mit. A kann von den Einsätzen des B und C jeweils 70 Punkte Gewinnen (insg. 140 Punkte). Der Gesamtbetrag, den A also ausgezahlt bekommt, wenn er gewinnen sollte, beträgt also 210 Punkte (er bekommt auch den eigenen Einsatz).

 

Der weitere Spielablauf hängt davon ab, ob mehr als ein Spieler den All-In-Betrag mitgehen oder ob nur ein Spieler den Betrag mitgeht:

  • Nur ein Spieler geht mit: Die Setzrunde ist beendet. Hat der eine mitgehende Spieler mehr gesetzt, als den All-In-Betrag (z.B. um andere Spieler abzuschrecken), so kann er nachdem der letzte Spieler ausgeschieden ist, den Betrag, der den All-In übersteigt, zurücknehmen. Da keine weiteren Einsätze gemacht werden können, öffnen die Spieler bereits jetzt ihre Handkarten und der Dealer deckt nach und nach alle Gemeinschaftskarten regelgerecht auf.

Mehr als ein Spieler gehen den All-In mit: Es wird ein sog. „Side Pot“ gebildet, der dem Betrag entspricht, den der All-In-Spieler maximal gewinnen könnte (also in obigem Beispiel 210 Punkte). Die anderen Spieler spielen die Runde ganz normal weiter. Einsätze, die der All-In-Spieler nicht gewinnen kann, weil sie den All-In-Betrag übersteigen und alle im weiteren Verlauf gemachten Einsätze werden in einen zweiten Side Pot gesammelt. Den zweiten Side Pot können nur die anderen Spieler gewinnen, die weiter Einsätze machen können.

Sollte also der All-In-Spieler beim Showdown das höchste Blatt haben, so gewinnt er den Side Pot, den er maximal gewinnen konnte. Der Spieler mit dem zweithöchsten Blatt gewinnt den anderen Side Pot. Hat ein anderer Spieler das höchste Blatt (auch höher als der All-In-Spieler), so bekommt er beide Side Pots, also alles.